Wer mit Marketing zu tun hat (also jeder Unternehmer) kennt das: Ständig müssen neue Inhalte her. Wir wissen, dass unsere Kunden keine leeren Werbefloskeln mehr wollen. Spannende, informative Inhalte, die unseren Kunden echten Mehrwert bieten. Großartig.

Aber woher nehme ich die, wenn ich mitten im Stress zwischen Buchhaltung und Strategieplanung einfach keine Ideen habe? Woher nehme ich den tollen Content für mein Content Marketing?

Hier ist eine schnelle Übung, angelehnt an Design Thinking und Innovations-Moderation. Wenn Du mit ihr fertig bist, hast Du eine Menge neuer Ideen – versprochen!

Die Regeln:

  1. Der Grundgedanke ist (erst mal) Quantität, nicht Qualität: Jede Idee zählt.
  2. Schreib es auf. Es ist wichtig, dass Du schreibst (mit Deinen Händen, nicht mit dem Computer).
  3. Nur Ideen sammeln. Ausformuliert wird später!
  4. Sei spezifisch und persönlich.

Und los geht’s:

  1. Geh weg vom Rechner! Kreative Ideen kommen Dir selten an Deinem Arbeitsplatz. Also geh in den Wald, in die Sauna, in ein schönes Café oder auf einen Berg. Hauptsache: Raus.
  2. Nimm was zu schreiben mit (siehe Regel #2). Dein Notebook wirst Du auch brauchen, oder ein Smartphone/Tablet mit Internet Zugang.
  3. Setz Dir ein Zeitlimit. 30 Minuten sind ok. (Wenn Du unter Zeitdruck stehst, bist Du produktiver – schon mal gemerkt?)

RZ Question MarkDie Fragerunde:

Leg Dein Notebook erst einmal beiseite und stelle das Handy aus. Ich stelle Dir jetzt ein paar Fragen. Stell Deinen Timer auf 15 Minuten und beantworte folgende Fragen. Schreibe sie in Bullet Points oder in eine Mindmap und denke an Regel #4. Stichworte oder ein Satz pro Antwort genügen. Natürlich kannst Du mehrere Antworten pro Frage geben.

  • Was in Deiner Branche erfüllt Dich mit Leidenschaft und Begeisterung?
  • Wie hast Du damals in Deiner Branche angefangen?
  • Woher wusstest Du, dass Du genau das machen willst?
  • Warum ist Dein Produkt / Deine Dienstleistung außergewöhnlich?
  • Welche Fehler machen Unternehmen in Deiner Branche immer wieder?
  • Welches ist die größte Herausforderung in Deiner Branche?
  • Welches Problem Deiner Kunden löst Du wirklich?
  • Wie sieht Erfolg für Dich aus?
  • Wer sind die erfolgreichsten Menschen in Deiner Branche?
  • Was sind die Zukunftstrends in Deiner Branche?
  • Kennst Du Erfolgsgeschichten aus Deiner Branche?
  • Welche persönlichen Charaktereigenschaften verhelfen zum Erfolg?
  • Welche Tools brauchst Du, um einen hervorragenden Job zu machen?
  • Welches Grundbedürfnis Deiner Kunden befriedigst Du?
  • Wie könntest Du Deinen Kunden noch besser helfen?
  • Was liebst Du an Deinen Kunden?
  • Welche Prozesse hast Du in Deinem Unternehmen perfektioniert?
  • Worauf freust Du Dich in Deiner Branche in Zukunft?
  • Welche Werte bestimmen Dein Unternehmen?
  • Welche persönlichen Geschichten sind bezeichnend für Dein Unternehmen?

Fast alle Deiner Antworten ergeben hervorragende Blogartikel. Wie viele hast Du?

Die Recherche-Runde:

Jetzt schauen wir weg von Dir selbst. Gib Dir wieder 15 Minuten. Recherchiere die Themen, die ich Dir gleich gebe. Von jeder Recherche notierst Du Dir fünf Ideen für Deinen Content.

  • Wer sind die fünf führenden Leute / Unternehmen Deiner Branche? Suche ihre Blogs.
  • Besuche die Webseiten der fünf besten Unternehmen? Was für Content / Freebies geben sie ihren Kunden?
  • Suche die fünf führenden Köpfe Deiner Branche. Suche ihre Profile auf Facebook, Twitter und Google+. Hier findest Du, mit wem und über was sie sprechen, welche Themen trenden und was gerade heiß im Gespräch ist.
  • Suche in Twitter Themen, die in Deiner Branche trenden. Dafür kannst Du die Suchfunktion benutzen. Twitter hat sogar eine personalisierbare Trending Funktion.
  • Nutze die „vervollständigen“ Funktion in der Google Suche. Fang damit an, ein Schlüsselwort Deiner Branche zu tippen. Z. B. „coaching“ fahre dann mit einem Verb fort. Zum Beispiel „Coaching ist“. Hier bekomme ich interessante Vorschläge: „Coaching ist keine Psychotherapie“, „Coaching ist ein begrenzter Prozess“ – die Suchergebnisse dazu stecken schon mal voller Ideen für jeden Coach. Spiele weiter mit halben Sätzen: „Kann Coaching“, „Darf ein Coach“, „Wie können Coaches“ – und so weiter. Das funktioniert für jede Branche, jeden Suchbegriff und jedes Produkt.

Atem holen

Nach diesen beiden Phasen schwirrt Dir vermutlich der Kopf. Gut so! Schalte Deine Geräte aus und schreibe Dir auf, was noch so schwirrt.

Wenn Du noch Themen generieren willst, mach einfach weiter. Du kannst jetzt aber auch schon spezifischer werden: Generiere Titel, erstelle einen Redaktionsplan: Was auch immer Dein Flow Dir erlaubt.

Wenn Dir später noch mehr Ideen kommen: Das ist gewollt! Schreibe sie auf. Du solltest immer ein Notizbuch dabei haben, um zu sammeln. Alle paar Monate lohnt es sich, sich hierfür eine Stunde Zeit zu nehmen: Nicht nur, um Inhalte zu generieren, sondern auch um in Deiner Branche immer up to date zu sein.

Wenn Du weitere Ideen hast oder mir erzählen willst, wie das für Dich funktioniert hat: Ich freue mich über Input, hier im Blog oder in den Social Media.


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