Wir erinnern uns. Da war das Buch. Und da war dieser Film, der Buchtrailer. Und eigentlich könnte alles so schön sein: Der Autor möchte das Buch verkaufen. Der Verlag möchte das Buch verkaufen. Ich möchte das Buch verkaufen. Amazon möchte das Buch verkaufen.

Zumindest dachte ich das in meinem jugendlichen Leichtsinn. Und so schrieb ich, wie empfohlen, eine Anfrage über das Kontaktformular. Die Anfrage war ungefähr die, die aus meinem letzten Artikel schon bekannt ist: „Wir haben da diesen Buchtrailer – was müssen wir tun, um ihn auf der Buchseite hoch zu laden?“

Die Antwort von Amazon kopiere ich jetzt in ihrer vollen Schönheit und Größe hier hinein, weil sie schon fast Godot’sche Züge annimmt:

Guten Tag,

vielen Dank für Ihr Schreiben an Amazon.de.

Damit Sie Ihre Titel auch mit Bildern versehen können, möchte ich Sie auf das Amazon.de Advantage Programm hinweisen.

Mit Advantage haben Sie nicht nur die Möglichkeit, Ihre Titel direkt bei Amazon.de anzubieten, sondern auch mit Informationen wie Cover und Kurzbeschreibungen zu versehen. Wenn Sie diese Form der Zusammenarbeit wählen, liefern Sie die Artikel direkt an Amazon.de und lagern ihre Ware in unserem Logistikzentrum ein. Dadurch werden Ihre Produkte Millionen von Amazon.de Kunden präsentiert und innerhalb von 24 Stunden nach Bestellung versendet werden.

Wenn Sie sich für Advantage anmelden, erhalten Sie einen Zugang zum Amazon.de Advantage-Portal. Sie können von diesem Portal aus Cover und Produktexte hochladen, neue Buchtitel in den Amazon.de Buchkatalog aufspielen, Bestellbestätigungen einsehen, Bestellungen bearbeiten oder tagesaktuelle Verkaufs- und Bestandsübersichten abrufen. Alle Informationen zu unserem Programm, sowie zur Anmeldung, erhalten Sie unter:

www.amazon.de/advantage

Weitere Informationen finden Sie auch auf unseren Hilfeseiten:

http://www.amazon.de/verleger

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an Amazon.de!

Konnte ich Ihr Problem lösen?

Wenn ja, klicken Sie bitte hier:
http://www.amazon.de/gp/help/survey?p=A2TEL8IIYZDUOH&k=hy

Wenn nein, klicken Sie bitte hier:
http://www.amazon.de/gp/help/survey?p=A2TEL8IIYZDUOH&k=hn

Möchten Sie uns wegen eines anderen Anliegens kontaktieren oder haben Sie weitere Fragen, erreichen Sie uns über das Kontaktformular auf unseren Hilfe-Seiten: http://www.amazon.de/hilfe

Freundliche Grüße

XXXX YYYY
Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei.
www.amazon.de

Wenn Du, lieber Leser, Dich nun fragst, was IN ALLER WELT diese Antwort mit meiner Anfrage zu tun habe, dann will ich es Dir verraten: Nichts. Ganz und gar nichts. Überhaupt nichts.Ich brauchte allerdings geschlagene drei Minuten, um das zu realisieren, und mir fiel spontan die wissenschaftliche Erkenntnis ein, dass man, wenn man den Kopf gegen die Wand schlägt, 150 Kalorien verbraucht. Ein bisschen abnehmen kann nicht schaden.

Mit Erhalt dieser Mail bewegt sich diese Geschichte nun auch nicht mehr in Schilda, sondern hat sich in der Qualität eher an Monty Python angenähert. „This parrot is dead“.  Aber das ist erst der Anfang.

Natürlich nahm ich dankbar von der Möglichkeit Gebrauch, die in der Mail eröffnet wurde:

Konnte ich Ihr Problem lösen? Wenn nein, klicken Sie bitte hier: http://www.amazon.de/gp/help/survey?p=A2TEL8IIYZDUOH&k=hn

Ich klickte. Nach einer Landing Page pflichtbewusster Betroffenheit kam erblickte einen guten alten Bekannten: Die Kontakt-Formular Seite. Ich formulierte mein Anliegen erneut (wer hat mitgezählt und weiß, das wievielte Mal es war?). Da entdeckte ich einen Button, der mir als Lichtstrahl am Horizont erschien: „Rufen Sie mich an!“ stand dort. Ich klickte, in froher Erwartung, nun mit jemandem sprechen zu können, der mir Auskunft geben könnte.

Tatsächlich klingelte nach wenigen Minuten mein Telefon. Da ich den geneigten Leser bereits mit zwei Niederschriften meiner Gespräche mit dem Amazon Kundendienst erfreuen durfte, mache ich mir jetzt nicht die Mühe, dieses dritte zu protokollieren – zumal es inhaltlich mit den ersten beiden völlig identisch war. Es endete mit der Feststellung des Call-Center Mitarbeiters, dass er mir leider keine Auskunft geben könne – nun ja, Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zu Besserung – sich aber erkundigen würde und man sich dann per E-Mail bei mir melden wolle.

Ich bin ein positiv denkender Mensch. Also blickte ich hoffnungsfroh in die Zukunft und harrte der Mail, die da kommen sollte.

Und die Mail kam.

Sehr geehrte Frau Roos,

vielen Dank für Ihren Anruf bei Amazon.de.

Wie besprochen, habe ich aufgrund Ihres Anrufs die entsprechende Abteilung in unserem Haus informiert und soeben folgende Rückmeldung erhalten:

Das Hochladen eines Produktvideos auf der Detailseite, das direkt unterhalb der Artikelbeschreibung und Artikelbild erscheinen soll, ist aus technischen Gründen nicht möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Sie können jedoch gerne eine Videorezension verfassen. Eine Videorezension muss dabei folgende Voraussetzungen erfüllen:

[ … technische Details … ]

Bitte beachten Sie, dass es einige Tage dauern kann, bis Ihre Rezension auf unseren Seiten erscheint. Wir überprüfen Einsendungen zuerst auf die Einhaltung unserer Richtlinien, bevor wir sie veröffentlichen können.

Wir hoffen, wir konnten mit diesen Informationen weiterhelfen, und stehen bei Fragen, Wünschen und Anregungen gerne über unser E-Mail-Kontaktformular auf unseren Hilfe-Seiten wieder zu Ihrer Verfügung.

Konnte ich Ihr Problem lösen?

Wenn ja, klicken Sie bitte hier:
http://www.amazon.de/gp/help/survey?p=A3H3A224AGC5A3&k=hy

Wenn nein, klicken Sie bitte hier:
http://www.amazon.de/gp/help/survey?p=A3H3A224AGC5A3&k=hn

Möchten Sie uns wegen eines anderen Anliegens kontaktieren oder haben Sie weitere Fragen, erreichen Sie uns über das Kontaktformular auf unseren Hilfe-Seiten: http://www.amazon.de/hilfe
(Beachten Sie, dass diese E- Mail-Adresse nur zum Versenden, nicht aber zum Empfang von E-Mails eingerichtet ist.)

Freundliche Grüße
YYYY ZZZZ
Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei.
http://www.amazon.de/blockquote>

Das war der Moment, an dem ich beschloss, etwas gegen den Hüftspeck zu tun, und ich kam auf die Idee mit dem „Kopf gegen die Wand schlagen“ zurück.

Keine Sorge – das wird NOCH skurriler. Fortsetzung folgt!


Möchtest Du meinen Beitrag empfehlen?